Sannah König
Universität Stuttgart
Lightning Talks – Session II
14:30 Uhr
Der Beitrag beleuchtete die Rolle von Hochschul-Makerspaces als Orte demokratischer Bildung. Im Mittelpunkt standen Zusammenarbeit, Teilhabe und die Förderung von Handlungsspielraum, wodurch Studierende ermutigt werden, sich aktiv und mündig an gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen. Die Diskutantin reflektierte persönliche Erfahrungen und betonte die Notwendigkeit von sicheren, inklusiven Räumen für Kreativität und demokratisches Lernen.
Im Mittelpunkt:
● Wie stärken Makerspaces demokratisches Handeln und Teilhabe?
● Warum ist Neutralität kein Garant für Sicherheit und Kreativität?
● Civic-Oriented Making als Ansatz für kollaborative, interdisziplinäre Lernprozesse
● Empowerment und Selbstwirksamkeit als zentrale Ziele der Bildungsarbeit
● Umgang mit gesellschaftlichen und politischen Spannungsfeldern im Bildungskontext
● Inklusivität, Barrierefreiheit und offene Zugänge für vielfältige Lernende
Die Diskussion nahm ihren Ausgangspunkt in einer persönlichen Konferenzerfahrung, bei der die Normalisierung autoritärer Denkmuster deutlich wurde. Daraus erwuchs die zentrale Frage, wie demokratische Prinzipien verteidigt und im Bildungsalltag erfahrbar gemacht werden können. Demokratie wird dabei als die Überzeugung beschrieben, dass ein Staat mehr kann als die Sicherung von Machtpositionen Weniger. Die Referentin betonte, dass Bildung eine gemeinschaftliche Ressource darstellt, die das Zusammenleben verbessert und die individuelle Handlungsmacht erhöht.
Aufbauend auf früheren Beiträgen zur Relevanz von Kreativität wurde erläutert, dass auch demokratische Prozesse Methodenkenntnis und Übung im Entwickeln von eigenen Ideen und Lösungen erfordern. Mündigkeit entsteht durch die Erfahrung, Handlungsspielraum zu haben und sich auch bei Rückschlägen neu zu orientieren. Unmündigkeit hingegen wird als gefährlicher Zustand eingestuft. Die Förderung von Kreativität und kollaborativem Arbeiten im Makerspace soll die Bereitschaft zu Widerspruch und eigenständigem Handeln stärken.
Der Makerspace an der Universität Stuttgart wird nicht als neutraler Raum verstanden, sondern als aktiv gestalteter Lernort, der Menschen in ihrer Vielfalt willkommen heißt. Hier werden kollaborative, iterative und interdisziplinäre Arbeitsformen praktiziert. Offenheit, Barrierefreiheit und niederschwellige Angebote ermöglichen vielfältige Teilhabemöglichkeiten. Empowerment, Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit sind explizite Bildungsziele; Studierende erfahren, dass sie immer etwas tun und gestalten können. Das Vorleben und Einfordern dieser Werte soll demokratische Strukturen fördern und sichern.
Tags: Demokratische Bildung, Makerspace, MINT, Civic-Oriented Making, Empowerment, Inklusion, Handlungsspielraum, Kreativität, Kollaboration, Barrierefreiheit, Selbstwirksamkeit, Hochschulentwicklung