Didaktische Möglichkeiten des Einsatzes von KI-Bots in der Hochschullehre

Von Rollenspielpartnern und einem KI-Mentor

PD Dr. Philip Kiernan
Hochschule für Polizei Baden-Württemberg

Prof. Magnus Pfeffer
Hochschule der Medien Stuttgart

Markus Rossa
Universität Ulm

Prof. Dr. Anna-Sophia Schwind
Hochschule Ravensburg-Weingarten

Prof. Dr. Tobias Seidl
Hochschule der Medien Stuttgart

Dr. Anke Treutlein
Universität Stuttgart
 

Workshops
11:40 Uhr

 
In diesem Workshop wurden drei innovative Projekte vorgestellt, die KI-Bots als Reflexionscoach, Rollenspielpartner oder Mentor zum Aufbau von prozeduralen Metakognitionen in der Hochschullehre einsetzen. Diskutiert wurden vor allem die didaktischen Potenziale, Herausforderungen bei der Skalierung, technische und juristische Aspekte sowie die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit. Die Teilnehmenden hoben das große Potenzial, aber auch den notwendigen, fortlaufenden Diskurs zur nachhaltigen Integration und Evaluation von KI-Lösungen hervor.

Workshop "Didaktische Möglichkeiten des Einsatzes von KI-Bots in der Hochschullehre"

Abstract

  • Didaktische Potenziale von KI-Bots als Rollenspielpartner, Reflexionscoach und Mentor in der Lehre
  • Möglichkeiten der Skalierung und Individualisierung durch KI-gestützte Lehr-Lern-Szenarien
  • Unterschiede und Gemeinsamkeiten der vorgestellten KI-Projekte
  • Technische Grundlagen und Schnittstellen der KI-Bots
  • Juristische Bedenken und Lösungsansätze im Einsatz von KI-Systemen
  • Bedeutung von Evaluation, Austausch und Interdisziplinarität für nachhaltigen Einsatz
  • Herausforderungen bei der Übertragbarkeit und Sichtbarmachung von Best-Practice-Beispielen

Innovation und Potenziale KI-gestützter Szenarien

Die vorgestellten Projekte zeigen, dass KI-Bots mehr als reine Wissenssysteme sein können. Sie werden gezielt als Reflexionscoaches, als simulierte Patientinnen und Patienten in der Diagnostikschulung oder als Gesprächspartner für das Training schwieriger Situationen eingesetzt. Ein besonderer Gewinn ist die Möglichkeit, Rollenspiele und Reflexionsfragestellungen standardisiert und beliebig oft durchzuführen, unabhängig von menschlichen Schauspielenden. So lassen sich Trainings in geschützter Atmosphäre flexibel und individuell gestalten, , etwa beim Fachenglisch-Training von zu Hause aus. Die KI eröffnet neue Wege zur Individualisierung und bringt zusätzliche didaktische Impulse in die Hochschullehre.

 

Skalierung, Zugang und technische/ethische Fragen

KI-Bots machen es möglich, Lernszenarien zu skalieren, die mit menschlicher Betreuung nicht leistbar wären – zum Beispiel individuelles Coaching für sehr große Gruppen. Der Zugang zu den Systemen und deren technische Grundlagen wurden ebenso diskutiert wie juristische Fragestellungen. Rechtliche Aspekte und die Frage, wie die Projektteams jeweils Lösungen dafür finden, waren im Plenum von zentralem Interesse. Die Adaptierbarkeit an verschiedene Kontexte und Zielgruppen fordert eine sorgfältige Auseinandersetzung mit Schnittstellen und Rahmenbedingungen.

 

Evaluation, Dynamik und interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Relevanz einer frühzeitigen und dauerhaften Evaluation wurde mehrfach betont. Im Fellowship-Rahmen wurden bereits Evaluationen zur Usability, zum wahrgenommenen Lernerfolg und zu Selbstwirksamkeitserwartungen durchgeführt. Weiterführende Evaluationen im Hinblick auf den Lernerfolg sind geplant. Die schnelle technologische Entwicklung wirft die Frage auf, wie sich der KI-Einsatz in der Hochschullehre in den kommenden Jahren entwickeln wird. Als entscheidend wurde herausgestellt, dass interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Didaktik, Technik, Psychologie und Recht unabdingbar ist, um Hochschulen und Lehrende langfristig zur Entwicklung eigener KI-Kompetenzen zu befähigen. Gleichzeitig gilt es, bewährte Beispiele sichtbar zu machen und den Wissenstransfer im Hochschulsektor zu fördern.