COIL (Collaborative Online International Learning)

als digitale Möglichkeit, erste Auslandserfahrung zu sammeln

Prof. Dr. Nicole Ondrusch
Hochschule Heilbronn, Heilbronn

Claudia Sperrfechter
Hochschule Heilbronn, Heilbronn
 

Workshops
11:40 Uhr

 
Im Workshop stand die praktische Einführung in COIL (Collaborative Online International Learning) im Mittelpunkt, insbesondere als Möglichkeit, internationale Lernerfahrungen bereits für Erstsemester-Studierende zugänglich zu machen. Die Referentinnen teilten ihre Erfahrungen beim Aufbau und der Durchführung von COIL-Einheiten, stellten konkrete Beispiele vor und diskutierten mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmer grundlegende sowie fortgeschrittene Fragen zur Organisation und Umsetzung digitaler Austauschformate.

Workshop "COIL (Collaborative Online International Learning)"

Abstract

  • Einstieg und praktische Umsetzung von COIL-Kursen in der Hochschullehre
  • Erfahrungen bei der Entwicklung niederschwelliger, modularer COIL-Angebote
  • Interkulturelle Zusammenarbeit und Lokalisierung digitaler Anwendungen
  • Herausforderungen bei der Teamzusammenstellung und Auswahl digitaler Tools
  • Heterogenität der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Fachrichtungen
  • Rolle des Austauschs und der Vernetzung zwischen Hochschulen und Fachbereichen

Niederschwelliger Einstieg in Collaborative Online International Learning

Ein zentrales Anliegen des Workshops war es, Einblicke in die praktische Umsetzung von COIL zu geben – von ersten Schritten für Neulinge bis hin zu der Frage, wie bereits Erfahrene eigene Plattformen oder Vorlesungsformate einbinden können. Gerade für Erstsemester wurden niedrigschwellige, öffentlich zugängliche Module vorgestellt, die internationales Lernen ermöglichen, ohne dass ein physischer Auslandsaufenthalt erforderlich ist.

 

Interkultureller Austausch am Beispiel der App-Lokalisierung

Ein konkretes Beispiel aus dem Workshop war ein Software-Engineering-Modul, bei dem Studierende aus Deutschland mit Partneruniversitäten in Malaysia oder Ägypten zusammenarbeiteten. Ziel war es, typische Apps für den jeweils anderen Markt zu lokalisieren – mit spannenden Lernerfahrungen zu kulturellen Unterschieden und Vorlieben der Nutzerinnen und Nutzer. Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede im App-Design, etwa der Wunsch nach "bling bling" und Überladenheit auf dem malaysischen Markt, woran ein standardisiertes, strukturiertes deutsches App-Design scheiterte.

 

Vielfalt, Austausch und Herausforderungen in der Praxis

Die Diskussion im Workshop zeigte, wie unterschiedlich die Vorkenntnisse der Teilnehmenden waren – von „COIL-Neulingen“ bis zu bereits Erfahrenen. Thematisiert wurden unter anderem Teamzusammensetzung, Tool-Auswahl, Rahmenbedingungen und der interdisziplinäre Charakter der digitalen Zusammenarbeit, etwa mit Informatikerinnen und Informatikern sowie Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftlern. Die ursprünglich geplante Entwicklung eines eigenen Moduls wurde zugunsten der Beantwortung zahlreicher praktischer Fragen zurückgestellt.